MEMORANDUM

Eine starke Gesellschaft braucht gesunde Kinder – endlich Schulgesundheitsfachkräfte bundesweit etablieren!

Die Gesundheit von vielen Kindern und Jugendlichen ist in einem alarmierend schlechten Zustand. Jedes fünfte Kind ist durch psychische Auffälligkeiten belastet. Allein Angststörungen nahmen innerhalb von fünf Jahren um 17 Prozent zu – bei Mädchen sogar um 23 Prozent. Auch problematische Mediennutzung (Prävalenz: 25 Prozent), chronische Erkrankungen und Übergewicht (Prävalenz: rund 15 Prozent), belasten eine ganze Generation. Nur noch jedes vierte Kind bewegt sich – entsprechend der WHO-Empfehlung – ausreichend über eine Stunde pro Tag. Unter Jugendlichen ist es nur noch jeder Siebte. Was im Kindesalter beginnt, setzt sich mit zunehmendem Lebensalter fort. So sind 80 Prozent der übergewichtigen Jugendlichen auch als Erwachsene übergewichtig.

Ohne Gegenmaßnahmen werden sich diese Trends weiter verschärfen. Die Frage ist also nicht, ob wir handeln müssen, sondern wann und wo. Die Antworten liegen auf der Hand: Jetzt – und an dem Ort, an dem alle Kinder, unabhängig von ihrem sozialen Status, erreicht werden und einen großen Teil ihrer Zeit verbringen: in der Schule. Wir fordern:

Schulgesundheitsfachkräfte an jeder Schule – flächendeckend, verbindlich und dauerhaft etablieren. Als Startschuss braucht es dazu schnellstens einen „Schulgesundheitspakt“ von Bund und Ländern!

Was Schulgesundheitsfachkräfte konkret bewirken – präventiv, medizinisch-pflegerisch, beratend:

  • Sie sind Vertrauenspersonen und informieren altersgerecht – das verändert das Risikoverhalten in Bezug auf Ernährung, Bewegung und Medien positiv.
  • Sie sind Präventionslotsen und tragen dazu bei, dass die persönlichen Gesundheitskompetenzen von Schülerinnen und Schülern gefördert, deren gesundheitliche Probleme wesentlich früher erkannt und präventive Maßnahmen gezielt eingeleitet werden.
  • Sie sind erste Anlaufstelle für die Einschätzung der gesundheitlichen Situation von Schülerinnen und Schülern und können diese fachgerecht versorgen und gegebenenfalls zielgenau weitervermitteln. Es kommt in der Folge zu weniger unnötigen Arztkontakten oder gar Rettungseinsätzen. Viele Schülerinnen und Schüler können zeitnah wieder in den Unterricht zurückkehren. Das entlastet Eltern, Lehrerschaft und das Gesundheitssystem.
  • Sie sind Begleitpersonen von Kindern und Jugendlichen mit chronischen Erkrankungen (z. B. Diabetes mellitus), stärken deren Selbstfürsorge und ermöglichen gelebte Inklusion.

 

Die nächsten Schritte:

  1. „Schulgesundheitspakt“ zwischen Bund und Ländern verabschieden: Das Ziel muss sein, bis zu 10.000 Stellen für Schulgesundheitsfachkräfte zu schaffen. Dadurch können 6,5 Mio. Schülerinnen und Schüler erreicht werden. Das sind über 70 Prozent aller Schülerinnen und Schüler an allgemeinbildenden Schulen in Deutschland.
  2. Ländergesetze anpassen: Die Länder passen die bestehenden Gesetze zum öffentlichen Gesundheitsdienst sowie die Schulgesetze an, um die Aufgaben und die Finanzierung von Schulgesundheitsfachkräften verbindlich zu regeln.
  3. Rahmenbedingungen für die Praxis schaffen: So müssen z. B. die fachliche Qualifikation für Schulgesundheitsfachkräfte, deren konkretes Tätigkeitsprofil, bundeseinheitlich festgelegt und die Schnittstellen sowie die langfristige Finanzierung zwischen Leistungsträgern geordnet werden.


Für eine gesunde, junge Generation. Für Chancengleichheit. Für eine starke Gesellschaft

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