Was ist UNS GEHT`S GUT?

UNS GEHTS GUT? ist die Mental-Health-Kampagne der Bundesschüler*innenkonferenz (BSK). Seit Mai 2025 arbeiten wir intensiv daran, bei politischen Entscheidungsträger*innen und relevanten Akteur*innen aus der Zivilgesellschaft das Thema der mentalen Gesundheit auf die politische Agenda zu bringen. Wir stärken das gesellschaftliche Bewusstsein und tragen zur Entstigmatisierung psychischer Belastungen bei. Auf Basis von Forschung und der Beschlusslage der BSK bündelt sie Forderungen und übersetzt sie in klare politische Erwartungen. Ziel ist, mentale Gesundheit zur bildungspolitischen Priorität zu machen und Schulen zu Orten zu entwickeln, die schützen, stärken und niemanden zurücklassen.

Wir erleben eine Krise der mentalen Gesundheit unter jungen Menschen. Die Bundesschüler*innenkonferenz fordert daher zusammen mit einem breiten Bündnis von Stiftungen, Krankenversicherungen, Bildungsverbänden und -gewerkschaften, Wissenschaft und zivilgesellschaftlichen Initiativen die Bundesregierung und die Kultusministerkonferenz zum Handeln auf.

Immer mehr Kinder und Jugendliche leiden unter Angststörungen, Depressionen, Selbstverletzungen und Essstörungen. Laut Deutschem Schulbarometer bezeichnen sich 21 Prozent der Schülerinnen und Schüler als psychisch belastet. Mehr als ein Viertel berichtet von geringer Lebensqualität. Darüber hinaus fühlen sich mehr als ein Fünftel der Kinder und Jugendlichen einsam (Copsy 2024).
Millionen von Jugendlichen blicken unsicher in die Zukunft – geprägt von Krisen, Angst, Ausgrenzung in sozialen Medien und dem Gefühl, von Politik und Institutionen nicht ausreichend gehört zu werden. Dies hat direkte Folgen für die Volkswirtschaft, das Gesundheitswesen und das Vertrauen in die Demokratie.

Die Schulen sind überfordert

Lehrkräfte sollen entlasten, zuhören, unterstützen – und gleichzeitig den Bildungsauftrag erfüllen. Doch sie sind überlastet. 78 Prozent der Lehrkräfte fühlen sich nicht ausreichend ausgebildet, um mit diesen Herausforderungen umzugehen (Deutsches Schulbarometer 2024). Darüber hinaus mangelt es an professioneller Unterstützung durch mehr Personal im schulpsychologischen Dienst und in der Schulsozialarbeit. Junge Menschen lernen kaum, mit psychischen Belastungen umzugehen oder ihre Gefühle zu regulieren. Angemessene Medienbildung und Vermittlung von Digitalkompetenz fehlen meist komplett. Statt Schutz und Orientierung erleben viele Überforderung und Verunsicherung.
So wird die Krise psychischer Gesundheit nicht bekämpft – im Gegenteil. Schule schafft es zu selten, die Belastungen junger Menschen aufzufangen. Zu häufig erleben Kinder und Jugendliche ihre Schule als Herausforderung für die eigene mentale Gesundheit.

Wenn wir nicht handeln, hat das Folgen für das ganze Land

Bis 2036 gehen rund 20 Millionen Menschen aus den geburtenstarken Jahrgängen in Rente. Schon heute ist klar: Das Arbeitskräftepotenzial schrumpft spürbar, während immer weniger junge Leute nachrücken. Heute sind nur etwa 22 Prozent der Bevölkerung unter 25 Jahre alt – jeder einzelne junge Mensch wird gebraucht, um Rente, Wirtschaft und öffentliche Infrastruktur zu sichern.
Psychische Erkrankungen sind längst ein relevanter volkswirtschaftlicher Faktor. Sie gehören zu den häufigsten Ursachen für Krankheitskosten und verursachen allein im Gesundheitswesen jährlich Ausgaben von über 63 Milliarden Euro. Für Unternehmen bedeutet das Produktivitätsverluste, für Krankenkassen steigende Behandlungskosten und damit unnötig hohe Beitragssätze, die wiederum Deutschland als Wirtschaftsstandort belasten. Prävention bei jungen Menschen ist daher nicht nur eine Frage von Fürsorge, sondern auch eine Investition in die Zukunftsfähigkeit unseres Landes. Jede vermiedene Erkrankung spart langfristig immense Kosten – und erhält die Leistungsfähigkeit der kommenden Generation.

Junge Menschen wollen Verantwortung übernehmen und Deutschland mitgestalten

Ob im Beruf, in der Politik oder im Gemeinwesen: Trotz aller Belastungen möchten Kinder und Jugendliche zuversichtlich in die Zukunft blicken. Sie sind gewillt, Leistung zu bringen, sich zu beteiligen und Verantwortung zu tragen – ein Potenzial, das unsere Gesellschaft dringend braucht. Laut einer Studie der Bertelsmann-Stiftung liegt die Engagementquote der jungen Generation bei fast 47 Prozent – deutlich über dem Bevölkerungsdurchschnitt.

Das zeigt: In uns jungen Menschen steckt enormes Potenzial. Es lohnt sich, in uns zu investieren. Als Bundesschüler*innenkonferenz fordern wir daher, den mentalen Herausforderungen von Kindern und Jugendlichen die dringend notwendige Aufmerksamkeit zu widmen.

Was wir brauchen, sind gesunde, medienkompetente und resiliente junge Menschen! Wir fordern die Politik auf, denen zuzuhören, die es betrifft!

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