Digitalpakt 2.0: Digitalisierung ist Daueraufgabe und nicht das nächste Sparprojekt

Auch der Digitalpakt 2.0 bleibt mit seinen 5 Milliarden finanziell hinter dem tatsächlichen Bedarf zurück. Schulen stehen vor riesigen Herausforderungen: veraltete Geräte, fehlende Lizenzen, unzureichender technischer Support und große Unterschiede zwischen Bundesländern und Kommunen. Digitale Bildung darf nicht vom Wohnort oder vom Engagement einzelner Schulen abhängen.


Wenn der Digitalpakt 2.0 wirklich ein Erfolg werden soll, braucht es deutlich mehr finanzielle Mittel. Digitalisierung ist kein einmaliges Projekt, sondern eine Daueraufgabe. Es braucht nachhaltige Investitionen in Technik, Wartung, Fortbildung und digitale Lerninhalte.
Außerdem fehlt weiterhin eine konsequente Einbindung der Schüler*innenperspektive bei
der Ausgestaltung digitaler Lernkonzepte.


„Wenn jemand am besten weiß, wo wir das Geld brauchen, dann sind das wir Schüler*innen“ – Amy Kirchhoff, Generalsekretärin der Bundesschülerkonferenz


Schon in der ersten Runde haben wir als Bundesschülerkonferenz deutlich gemacht: Gute Ideen reichen nicht aus, wenn sie im Schulalltag nicht ankommen. Der letzte Digitalpakt hat zwar neue Geräte und bessere Internetanschlüsse ermöglicht, ist aber an vielen Schulen an Bürokratie, fehlender Wartung und ungleichen Voraussetzungen gescheitert. Tablets ohne funktionierendes WLAN, Smartboards ohne Updates und Lehrkräfte ohne ausreichende Fortbildungen sind das Ergebnis einer Strategie gewesen, die nicht zu Ende gedacht wurde.


„Lücken in der Medienkompetenz, sowohl bei Schüler*innen, als auch bei den Lehrkräften stopft
man nicht mit Tablets und digitalen Tafeln.“ – Amy Kirchhoff, Generalsekretärin der Bundesschülerkonferenz


Positiv bewerten wir, dass der neue Digitalpakt langfristiger angelegt ist und digitale Bildung nicht mehr nur auf Hardware reduziert werden soll. Dass nun auch IT-Administration, Supportstrukturen und pädagogische Konzepte stärker berücksichtigt werden, ist ein richtiger und überfälliger Schritt. Digitalisierung funktioniert nur, wenn sie von den Schulen planbar bleibt, und zwar ohne plötzliche Finanzierungslücken und tatsächlich alle Akteure im System Schule abholt.


Amy Kirchhoff, Generalsekretärin der Bundesschülerkonferenz, sagt beispielhaft: „Eine 8. Klasse mit IPads auszustatten und dann zu erwarten, dass Medienkompetenz und digitaler
Lernerfolg aus dem Nichts kommen, bleibt im Endeffekt nur Geldverschwendung.“


Als Bundesschülerkonferenz fordern wir Bund und Länder auf, den Digitalpakt 2.0 mutig
weiterzuentwickeln, finanziell aufzustocken und uns mitreden zu lassen.

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