Berlin, 24. Oktober 2026 – In den vergangenen Tagen ist der Eindruck entstanden, dass die Bundesschüler*innenkonferenz zur Teilnahme an den für den 31. Oktober angekündigten Protesten aufrufen oder diese unterstützen würde. Das möchten wir nun noch einmal richtigstellen: wir unterstützen keine der am 31. Oktober geplanten Proteste, sondern solidarisieren uns nur mit dem grundsätzlichen Bedürfnis von Schüler*innen, friedlich zu protestieren und für eine besser Bildung einzustehen.
Bereits in unserer ersten Stellungnahme vom 15. Oktober 2026 haben wir klar gemacht, dass wir uns mit friedlichen Protestformen und den friedlich demonstrierenden Schüler*innen solidarisieren. Gleiches gilt für die Inhalte, die wir unterstützen: Uns geht es um die bildungspolitischen Forderungen, die an die Politik gestellt werden. Eine Rückendeckung oder Unterstützung, für die am 31. Oktober angekündigten Proteste wurde von uns nicht kommuniziert oder angestrebt.
Wir distanzieren uns von den Protesten am 31. Oktober in ihrer derzeitigen Form. Für uns ist wichtig, dass die Interessen von Schüler*innen im Mittelpunkt stehen. Wir sehen aufgrund undurchsichtiger Organisationsstrukturen die Gefahr, dass die ernstzunehmenden Anliegen junger Menschen zum Spielball politischer Instrumentalisierung und Polarisierung werden können. Das wird diesen Sorgen und Forderungen nach einer guten Bildung und sicheren Zukunft nicht gerecht.
Wir glauben nicht, dass Gewalt eine Lösung ist, lehnen sie deswegen ab und verurteilen ihren Einsatz. Gewalt und Gewaltaufrufe lenken von den eigentlichen Problemen im Bildungssystem ab und können dazu führen, dass berechtigte Forderungen nicht mehr ernst genommen werden. Deshalb setzen wir auf einen anderen Weg als “Gen Z regelt”: Wir wollen eigene Formate und Demonstrationsformen schaffen, die friedlich, demokratisch und klar bildungspolitisch ausgerichtet sind.
Denn wir wollen nicht weniger laut werden – wir wollen gezielter gehört werden.
Unser Ziel bleibt ein Bildungssystem, das allen Schüler*innen unabhängig von ihrem Elternhaus faire Chancen bietet, ausreichend Personal und gute Lernbedingungen gewährleistet und junge Menschen nicht durch übermäßigen Druck und schlechte Rahmenbedingungen belastet. Wir werden uns deshalb weiterhin für die rund acht Millionen Schüler*innen in Deutschland einsetzen. Nicht, indem wir uns aus Angst vor Instrumentalisierung zurückziehen, sondern indem wir selbst zeigen, wofür Schüler*innen stehen: für bessere Bildung, mehr Chancengerechtigkeit und eine Schule, die junge Menschen stärkt, statt sie krank zu machen.
Wir distanzieren uns vom 31. Oktober – nicht vom Einsatz für bessere Bildung.


