Ausgangslage: Zahlen bestätigen, was Schüler*innen längst spüren
2023 und 2024 zeigen Studien und Berichte: Vielen Schüler*innen in Deutschland geht es psychisch nicht gut. Das Deutsche Schulbarometer dokumentiert hohe Belastungen, Sorgen und psychische Auffälligkeiten. Leistungsdruck, Zukunftsängste, Klimakrise, gesellschaftliche Krisen und fehlende Unterstützung prägen den Schulalltag.
Für die Bundesschüler*innenkonferenz (BSK) ist das keine abstrakte Problemlage. Die Studien bestätigen, was Schüler*innen in Klassenzimmern, auf Fluren und in Pausenräumen schon lange berichten. Vor diesem Hintergrund beginnt im Herbst 2024 die Entstehung der Kampagne „Uns geht’s gut?“.
Herbst 2024: Der Anstoß
Im Herbst 2024 übermittelt die Robert Bosch Stiftung dem damaligen Generalsekretariat der BSK unter Sperrfrist die Ergebnisse des neuen Schulbarometers – so kann die BSK zeitnah eine eigene Pressemitteilung aus Schüler*innenperspektive veröffentlichen. Die Ergebnisse überraschen nicht, bestätigen aber eindrücklich die Erfahrungen vieler Schüler*innen. Aus dem diffusen Gefühl, dass sich etwas ändern muss, wird ein konkreter Auftrag.
September 2024: Aus einer Pressemitteilung wird eine Kampagne
Vom 6. bis 8. September 2024 auf der Tagung des Bundessekretariats wird schnell klar: Eine einzelne Pressemitteilung reicht nicht aus. Die Studie macht eine Krise sichtbar, die Schüler*innen längst erleben. Die BSK will die Gelegenheit nutzen, um Veränderungen anzustoßen.
Am Ende der Tagung beschließt das BSeK, die mentale Gesundheit von Schüler*innen mit einer eigenen Kampagne in den Mittelpunkt zu stellen. Erste Ideen sind, das Thema durch Aktionen im öffentlichen Raum sichtbar zu machen – etwa mit Flashmobs, Gedenkaktionen, der Einbindung von Schulen und einem Bildungskongress. Anfangs liegt der Fokus stark auf Suizid; Kerzenaktionen und Schweigeminuten sollen betroffenen jungen Menschen symbolischen Raum geben.
Der Grundstein ist gelegt: Noch ohne Namen, aber mit klarer Haltung.
Ende 2024 bis Anfang 2025: Aus dem Impuls wird eine Strategie
Im Bundessekretariat und gemeinsam mit Schülervertreter*innen aus den Ländern entstehen erste Konzeptskizzen für eine bundesweite Kampagne, ein Forderungspapier, Überlegungen zu Zielgruppen und eine Kommunikationsstruktur.
Zugleich wird der Fokus erweitert: Suizid wird in einen breiteren Mental-Health-Rahmen eingebettet. Neben Gedenkaktionen rücken Schulalltag, Leistungsdruck, Unterstützungssysteme, Lehrkräftebildung, Neurodiversität, Diskriminierung und Machtverhältnisse im Schulsystem in den Blick.
Die Kampagne soll von der gesamten BSK getragen werden, nicht nur vom Bundessekretariat. Deshalb werden Ende 2024 und Anfang 2025 die Landesschülervertretungen in digitalen Sitzungen beteiligt. Ein offener Arbeitskreis entsteht, in dem Schülervertreter*innen aus verschiedenen Ländern Ideen, Forderungen und Kommunikationsformate entwickeln und erste Aufgaben übernehmen. So wird aus einer BSEK-Idee ein gemeinsames Projekt der BSK.
Templin, 21.–23. Februar 2025: Die BSK trägt die Kampagne
Auf der Klausurtagung in Templin werden die bisherigen Überlegungen, Ziele und Strukturen vorgestellt. Die Länder unterstützen das Vorhaben inhaltlich und organisatorisch. Für die Umsetzung wird ein Kernteam aus vier Personen gebildet: zwei aus dem Bundessekretariat und zwei aus den Ländern. Es übernimmt die Gesamtsteuerung und Zuständigkeiten etwa für Pressearbeit, Schulaktionen, politische Gespräche und Social Media. Eine größere Arbeitsgruppe unterstützt mit Recherche, Textarbeit, Organisation und inhaltlicher Zuarbeit.
Damit ist die Kampagne in der Struktur der BSK verankert.
Dresden, März 2025: Die Kampagnen-AG wird gegründet
Auf der Plenartagung in Dresden wird die AG „Kampagne mentale Gesundheit“ formal gegründet. Von da an läuft die Kampagne offiziell – mit Auftrag, Team und klarer Aufgabenverteilung.
In dieser Phase entsteht auch der Titel „Uns geht’s gut?“: ein Satz, den viele Schüler*innen reflexartig sagen, obwohl es ihnen oft anders geht. Die Kampagne stellt ihn bewusst infrage.
Frühjahr 2025: Vorbereitung des Auftakts
Ab Frühjahr 2025 konzentriert sich die Arbeit auf die Auftaktveranstaltung am 31. Mai 2025 in Hamburg, eingebettet in einer Plenartagung der BSK. Dort soll die Kampagne öffentlich vorgestellt, die Studienlage mit der Perspektive der Schüler*innen verbunden und Unterstützung aus Politik, Wissenschaft, Verbänden und Zivilgesellschaft gewonnen werden. Auch der Call-to-Action und das Forderungspapier sollen sichtbar werden.
Parallel entstehen die Projektcharta, die Kommunikationsstrategie, der Kampagnenplan, das Forderungspapier und Call-to-Action-Texte für Politik, Verwaltung, Medien und Zivilgesellschaft.
Mit der Veranstaltung am 31. Mai 2025 beginnt die Kampagne: eine gemeinsame Initiative von Schüler*innen aus ganz Deutschland, die nicht länger hinnehmen wollen, dass ihre psychische Gesundheit im Schulsystem nur am Rand berücksichtigt wird.