Die heute veröffentlichten Ergebnisse der PISA-Studie 2025 werden erneut als Schock dargestellt. Doch ist es noch ein “PISA-Schock”, wenn sich die Ergebnisse zum wiederholten Male verschlechtern? Deutschland verliert im internationalen Vergleich an Boden. Deswegen braucht es keine kurzfristigen Einzelmaßnahmen, sondern endlich strukturelle Veränderungen im Bildungssystem.
Berlin, 08. September 2026 – Ein Bildungsdesaster mit Ansage: Die heute von der OECD vorgestellten PISA-2025-Ergebnisse markieren für Deutschland einen erneuten historischen Tiefstand. In allen drei Testbereichen die niedrigsten Werte seit Beginn der Erhebung vor 25 Jahren. Im diesjährigen Schwerpunkt Naturwissenschaften erreichen deutsche Schüler*innen nur noch 486 Punkte. In Lesekompetenz (–15 Punkte gegenüber PISA 2022) und Mathematik (–11 Punkte) setzt sich der Absturz ungebremst fort.
“Die PISA-Ergebnisse zeigen mal wieder Trend, der sich seit über einem Jahrzehnt abzeichnet. Wer noch in diesem Jahr von einem Schock spricht, scheint wenig in Schulen unterwegs zu sein.” so Amy Kirchhoff, Generalsekretärin der Bundesschüler*innenkonferenz (BSK). ”Jetzt ein weiteres Mal den Fokus auf die Stärkung der Basiskompetenzen zu legen, wird uns langfristig nicht weiterhelfen. Das Grundproblem liegt an anderer Stelle: wer sich nicht wohlfühlen und nicht partizipieren kann, kann auch nicht lernen.”, so Kirchhoff weiter.
Dass Lernen, Wohlbefinden und Partizipation zusammenhängen, ist seit Jahren bekannt. Insbesondere das Schulbarometer der Robert-Bosch-Stiftung zeigt, dass sich rund 25% der Schüler*innen als psychisch belastet beschreiben. Diese Belastung ist auf verschiedene Faktoren zurückzuführen: Leistungsdruck und Mobbing sind neben dem Stress durch soziale Medien häufig genannt.
“Genau in diesem Bereich werden die entscheidenden Hebel nicht bedient. Kinder und Jugendliche müssen sich sicher im digitalen Raum bewegen. Die desaströsen Ergebnisse im Bereich „computergestütztes Problemlöser“ legen jedoch schonungslos offen, wie groß der Nachholbedarf an deutsche Schulen bei Grundlagen ist: digitalen Ausstattung, digitale Kompetenzvermittlung und Medienkompetenz sind weiterhin Mangelware.”, so Kirchhoff.
Die BSK ist von den erhobenen Zahlen nicht überrascht. Sie fordert deswegen einen grundlegenden Kurswechsel in der Bildungspolitik. Schüler*innen müssen mitbestimmen dürfen, sich wohlfühlen und zeitgemäße digitale Kompetenzen erwerben. Dafür braucht es verlässliche Investitionen, bessere Rahmenbedingungen und eine verbindliche Beteiligung von Schüler*innen an bildungspolitischen Entscheidungsprozessen.
”Die Ergebnisse sind ein vorhersehbares Desaster und zeigen politisches Versagen. Die Folgen werden auf dem Rücken der gesamten Schüler*innengeneration ausgetragen. Das können und dürfen wir uns nicht erneut leisten.”, schließt Kirchhoff.

