UNICEF-Studie: Deutschland rutscht beim Kindeswohl ab – Das wundert uns nicht!

Die neue UNICEF-Studie zum Wohlbefinden von Kindern und Jugendlichen in reichen Industrieländern zeigt eine alarmierende Entwicklung: Im internationalen Vergleich stürzt Deutschland deutlich ab und landet nur noch auf Platz 25. Für die Bundesschüler*innenkonferenz ist klar: Das ist kein Ausrutscher, sondern das Ergebnis jahrelanger Versäumnisse in der Bildungs- und Sozialpolitik. 

Die Studie zeigt sinkende schulische Leistungen, weniger Lebenszufriedenheit und wachsende soziale Ungleichheit. Nur noch rund 60 Prozent der Jugendlichen erreichen grundlegende Kompetenzen in Lesen und Mathematik. Besonders hart trifft es Kinder aus finanziell benachteiligten Familien. In Deutschland entscheidet noch immer viel zu oft das Elternhaus darüber, welche Bildungschancen ein junger Mensch bekommt. 

„Dass Deutschland beim Kindeswohl deutlich schlechter abschneidet, überrascht uns nicht. Viele erleben täglich Leistungsdruck, psychische Belastung und fehlende Chancengerechtigkeit“, erklärt Amy Kirchhoff, Generalsekretärin der Bundesschüler*innenkonferenz. 

Auch die psychische Gesundheit vieler Schüler*innen verschlechtert sich zunehmend. Leistungsdruck, Zukunftsängste und fehlende Unterstützung gehören für viele junge Menschen längst zum Alltag. Schule muss ein sicherer Ort sein, an dem Schüler*innen lernen, Unterstützung bekommen und Perspektiven entwickeln können. 

Die Studie macht zudem deutlich, dass die Ursachen nicht allein bei sozialen Medien oder Smartphones liegen. Entscheidend sind vor allem Kinderarmut, ungleiche Bildungschancen und mangelnde Förderung. Während Länder wie die Niederlande, Dänemark oder Frankreich deutlich besser abschneiden, diskutiert Deutschland weiter, statt endlich ausreichend in Bildung, Schulsozialarbeit und mentale Gesundheit zu investieren. 

„Gute Bildung bedeutet mehr als Notendruck und Prüfungsstress. Junge Menschen brauchen faire Chancen, echte Unterstützung und Zukunftsperspektiven – unabhängig davon, wie viel Geld ihre Eltern verdienen oder welchen Bildungsabschluss sie haben“, so Amy Kirchhoff.

Die Bundesschüler*innenkonferenz fordert deshalb mehr Investitionen in Bildung und Schulsozialarbeit, bessere Unterstützung für die psychische Gesundheit von Schüler*innen sowie echte Chancengleichheit. Bund und Länder müssen die Ergebnisse der UNICEF-Studie ernst nehmen – nicht irgendwann, sondern jetzt – und endlich konsequent im Interesse der jungen Generation handeln.

Denn Kinder und Jugendliche brauchen ein Bildungssystem, das gleiche Chancen schafft, psychische Gesundheit stärkt und allen jungen Menschen eine gute Zukunft ermöglicht.

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