Teenager von Jahr zu Jahr belasteter

Die Trendstudie “Jugend in Deutschland” zeigt erschreckende Ergebnisse zur mentalen Belastung junger Menschen von 14 bis 29 Jahren. Nahezu alle Fragen verzeichnen ein negativeres Ergebnis als das zum Vorjahr. Ein großer Teil der befragten Personen geht noch zur Schule, egal ob auf ein Gymnasium, eine Oberschule, ein Berufskolleg oder eine andere Schulform. Gerade die Schule stellt nicht nur einen Ort des Lernens dar, sondern sollte gleichermaßen ein Umfeld sein, in dem sich Schülerinnen und Schüler wohl und sicher fühlen können. Ihr Zweck geht über das bloße Vermitteln von Lehrinhalten hinaus: Schule bereitet auf das Leben vor, zumindest sollte sie das. Hierzu gehört die Fähigkeit, mit persönlichen Problemen umgehen zu können und zu wissen, an wen man sich in solchen Situationen wenden kann, gerade weil Probleme in oder rund um die Schule eine zunehmend große Belastung für Schülerinnen und Schüler darstellt, setzen wir uns als Bundesschülerkonferenz vehement für den Ausbau der Schulsozialarbeit ein. Insbesondere im Bereich der psychischen Belastung zeigen sich deutliche negative Veränderungen: Die prozentual größte Steigerung liegt im Punkt Stress, sie beträgt 6% und liegt bei 51%. Das bedeutet, dass mehr als jeder zweite, junge Mensch im Alltag unter Stress leidet. Darüber hinaus
verspürt mehr als jeder dritte dauerhafte Erschöpfung, und bei einem Drittel der Befragten kommen
Antriebslosigkeit und Selbstzweifel hinzu.
Es steht außer Frage, dass die Schule einen erheblichen Einfluss auf die Entwicklung dieser Problematik hat. Die Frage, die sich jedoch aufdrängt, ist, warum so wenig gegen diese offensichtlichen Probleme unternommen wird. Unsere Überzeugung, gestützt durch unsere unmittelbare Betroffenheit, lautet: Es müssen bundesweite Programme etabliert werden, die Schülerinnen und Schülern flächendeckend bei mentalen Herausforderungen unterstützen. Diese Programme sollten nicht nur auf die Bewältigung von Problemen abzielen, sondern auch beispielsweise Talente fördern, um Selbstzweifeln entgegenzuwirken und ein Gefühl der Gemeinschaft in der Schule zu stärken. Nur so kann ein harmonisches Lernumfeld geschaffen werden, das für alle Beteiligten, also Schülerinnen und Schüler sowie auch Lehrkräfte förderlich ist.
Die aktuellen Umfrageergebnisse spiegeln eine weiterhin bestehende und sogar verstärkte Sorge wegen gesellschaftlicher Spaltung wieder. 49%, also knapp 10 Prozent mehr als im Vorjahr, sorgen sich junge Menschen darum wie wir in Zukunft als Gesellschaft miteinander leben werden. Insbesondere in diesem Jahr haben Proteste gegen Rechtsextremismus stark zugenommen, wobei leider auch rechtsextreme Ideologien wie die der AfD an Zulauf gewonnen haben. Politische Unsicherheit in der Bundesregierung darf nicht dazu führen, dass rechten und undemokratischen Parteien eine Plattform in Deutschland geboten wird. Die steigenden Teilnehmerzahlen an sogenannten “Anti-Rechts-Demonstrationen” in Hamburg, München, Berlin und anderen Orten geben jedoch Hoffnung. Ein großer Teil der deutschen Bevölkerung ist sich einig: Die Demokratie ist eine bewährte und durchaus erfolgreiche Staatsform, die verteidigt werden muss. Gerade junge Menschen, die täglich mit diesen Herausforderungen konfrontiert werden– sei es in der Schule, in der Familie oder in den sozialen Medien, leiden oft unter Perspektivlosigkeit und den gegensätzlichen Meinungen unterschiedlicher Gruppen und Altersklassen. Egal ob die Spaltung der Gesellschaft durch politische Differenzen oder die Ausgrenzung bestimmter Gruppen im Alltag entsteht, stellt sie ein gravierendes Problem dar, dem wir alle gemeinsam entgegentreten müssen.
Bei den eben dargestellten Themen wie der Bedeutung eines sicheren und harmonischen Lernumfeldes in Schulen, der Notwendigkeit von Schulsozialarbeit und der aktuellen gesellschaftlichen Spaltung, wird deutlich, dass wir als Gesellschaft vor bedeutenden Herausforderungen stehen. Es ist unerlässlich, gemeinsam Maßnahmen zu ergreifen, um die psychische Gesundheit junger Menschen zu stärken und demokratische Werte zu wahren. Durch beständige Zusammenarbeit können wir eine integrative, respektvolle Gesellschaft gestalten.

Pressestatement zur Trendstudie “Jugend in Deutschland”

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Veränderungen im Bsek

Das neu formierte Kabinett der Bundesschülerkonferenz besteht nun aus folgenden Mitgliedern: Louisa Basner, die weiterhin als Generalsekretärin fungiert, Hasan Aljomaa, der die Aufgaben des Finanzkoordinators wahrnimmt, Bea Giese als Pressekoordinatorin und Charlotte Hüther als Innenkoordinatorin.

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Digitalpakt 2.0

Um eine nachhaltige Digitalisierung zu ermöglichen und ein Lernumfeld zu schaffen, in dem Schülerinnen gerne lernen, brauchen wir moderne und zukunftsfähige Schulgebäude mit einer angemessenen Breite an digitalen Mitteln. Es muss mehr finanzielle Mittel für die Instandsetzung von Klassenzimmern und Lernorten sowie für die Bereitstellung von WLAN und Lademöglichkeiten der Geräte geben.

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Teenager von Jahr zu Jahr belasteter

Die Bundesschülerkonferenz setzt sich für den Ausbau der Schulsozialarbeit ein. Es müssen bundesweite Programme etabliert werden, die Schülerinnen und Schülern flächendeckend bei mentalen Herausforderungen unterstützen.

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