Bundesschüler*innenkonferenz begrüßt die Ergebnisse der Kinder- und Jugendkommission
Berlin, 11.September 2026 – Kinder und Jugendliche haben klare Vorstellungen davon, wie digitale Angebote gestaltet sein sollen: Sie wollen das Internet und die sozialen Medien nutzen können, ohne dabei allein gelassen zu werden. Sie wollen wissen, wie sie mit digitalen Risiken umgehen können, und sie wollen bei Entscheidungen, die ihre digitale Lebenswelt betreffen, mitreden. Die Bundesschüler*innenkonferenz (BSK) begrüßt deshalb die Ergebnisse des Beteiligungsprozesses „Was Kinder und Jugendliche von der digitalen Welt erwarten“. Viele der dort formulierten Wünsche und Forderungen decken sich mit den Positionen der BSK.
„Kinder und Jugendliche wissen selbst am besten, was sie in ihrem digitalen Alltag erleben. Deshalb muss man uns zuhören und unsere Wünsche, aber auch unsere Ängste ernst nehmen. Gute Medienbildung und ein wirksamer Schutz sind dabei wichtiger als pauschale Verbote“, erklärt Amy Kirchhoff, Generalsekretärin der Bundesschüler*innenkonferenz.
Die BSK fordert seit Langem, Medienbildung fest im Schulalltag zu verankern. Schüler*innen müssen lernen, Informationen im Internet kritisch zu prüfen, Desinformation zu erkennen und soziale Medien bewusst zu nutzen. Auch der Umgang mit Künstlicher Intelligenz gehört dazu. KI soll im Unterricht sinnvoll eingesetzt werden können. Gleichzeitig müssen Schüler*innen lernen, KI-generierte Ergebnisse kritisch zu hinterfragen und verantwortungsvoll mit der Technologie umzugehen. Dafür benötigen auch Lehrkräfte entsprechende Fortbildungen.
Gleichzeitig müssen Kinder und Jugendliche besser vor den Gefahren der digitalen Welt geschützt werden. Cybermobbing, Hass, ungeeignete Inhalte und die Folgen übermäßiger Nutzung dürfen nicht einfach als persönliches Problem junger Menschen betrachtet werden. Pauschale Smartphone- oder Social-Media-Verbote lehnt die BSK ab. Junge Menschen wachsen in einer digitalen Gesellschaft auf. Schule muss sie deshalb darauf vorbereiten, digitale Medien sicher und verantwortungsvoll zu nutzen, statt sie lediglich aus ihrem Alltag fernzuhalten.
Auch bei politischen Entscheidungen muss die Stimme junger Menschen stärker berücksichtigt werden. Die BSK fordert daher eine dauerhafte Beteiligung von Schüler*innen bei Fragen des Kinder- und Jugendschutzes in der digitalen Welt.
„Jugendliche einmal zu fragen, reicht nicht. Wenn über unsere Lebenswelt entschieden wird, müssen wir auch dauerhaft mit am Tisch sitzen“, so Amy Kirchhoff.
Gerade beim Umgang mit Künstlicher Intelligenz braucht es mehr Aufklärung und Unterstützung. Schüler*innen müssen lernen, welche Möglichkeiten KI bietet und wie sie sinnvoll eingesetzt werden kann. Gleichzeitig müssen sie die damit verbundenen Gefahren erkennen können, etwa falsche oder manipulierte Informationen, Desinformation, Datenschutzrisiken oder die unkritische Übernahme von KI-generierten Ergebnissen. Ziel muss es sein, Schüler*innen dazu zu befähigen, selbst zu beurteilen, wann der Einsatz von KI sinnvoll ist und wann sie besser darauf verzichten sollten. Dafür braucht es einen verantwortungsvollen und kritischen Umgang mit KI statt pauschaler Verbote.
„Wir wollen eine digitale Welt, in der wir sicher sind, selbst entscheiden können und ernst genommen werden. Die Politik muss jetzt dafür sorgen, dass aus den Forderungen junger Menschen auch konkrete Verbesserungen werden“, erklärt Amy Kirchhoff.

