Wie viele Studien braucht es noch

Wie viele Studien braucht es noch? Pressemitteilung zur neuen Trendstudie Jugend


Die heute veröffentlichte Trendstudie „Jugend in Deutschland 2026 –
Zukunft unter Druck“ zeigt erneut, was Schüler*innen seit Jahren erleben und wir seit
Monaten predigen: Die mentale Gesundheit junger Menschen ist massiv belastet und eine
echte poliMsche Antwort bleibt weiterhin aus.

Als Bundesschülerkonferenz fragen wir deshalb ganz klar: “Wie viele Studien braucht es
noch?”. Die aktuelle Erhebung bestätigt, dass junge Menschen unter dauerhaftem Druck,
Krisen, Unsicherheiten und Zukunftsängsten zusammenbrechen. Diese Belastung ist zudem
längst zur Normalität geworden. Fast jede*r Zweite berichtet von Stress, ein Drittel von
Erschöpfung, Selbstzweifeln oder Antriebslosigkeit. Gefühle wie Perspekivlosigkeit und
Hilflosigkeit nehmen sogar weiter zu. Gleichzeitig sinkt der Anteil derjenigen, die sich gar
nicht belastet fühlen. [1]

Die Generalsekretärin Amy Kirchhoff kommentiert: “Eine gesamte Generation steckt in der
Krise und wir unternehmen nicht mehr, als weitere Daten über diesen Fakt zu erheben.
Inzwischen ist jede Schulklasse ein repräsentatives Beispiel in sich und bedarf echter
Unterstützung anstatt Mitleid!”

Das vielleicht Frustrierendste an der neuen Studie ist nicht einmal ihr Inhalt, sondern die
Tatsache, dass sie kaum überrascht. Die Ergebnisse reihen sich ein in eine lange Liste
ähnlicher Befunde der letzten Jahre. [2]

Amy Kirchhoff: „Wir brauchen keine weiteren Erkenntnisse – wir brauchen endlich
Umsetzung“

Als Bundesschülerkonferenz fordern wir deshalb ein klares Umdenken:

  • Mentale Gesundheit muss fester Bestandteil von Schule werden und Stigmata
    aufgelöst
  • Schulsozialarbeit und psychologische Unterstützung müssen massiv ausgebaut
    werden
  • Schüler*innen brauchen Zeit, Räume und Kompetenzen, gerade im Umgang mit
    Medien, um mit Belastungen umzugehen
  • Sozialer Isolation und Einsamkeit muss entgegengewirkt werden.

 

Unser Appell: Wir stehen nicht am Anfang der Erkenntnis, sondern am Ende der Geduld.
Referenzen:

[1] S. Schnetzer, K. Hampel und N. Kolleck, „Trendstudie „Jugend in Deutschland 2026 – ZukunE unter
Druck“,“ Datajockey, Kempten, 2026.
[2] S. Schnetzer, K. Hampel und K. Hurrelmann, „Trendstudie „Jugend in Deutschland 2025: ZukunE
Made in Germany – Besorgt, doch nicht hoffnungslos“,“ Datajockey, Kempten , 2025.

Pressemitteilung als PDF

 

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Verbote sind keine Lösung

Als Bundesschülerkonferenz
sehen wir, dass Social Media zur immer schlechter werdenden psychischen Gesundheit von
Jugendlichen einen erheblichen Beitrag leistet. Das kann man nicht ignorieren. Trotzdem löst
ein Verbot allein das Problem nicht. An erster Stelle muss bessere Medienbildung in Schulen
stehen, denn sonst ist das Verbot nichts anderes als eine Problemverschiebung.

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