Schule ist kein Wohlfühlort! Pressemitteilung zum neuen Deutschen Schulbarometer
Das neue Deutsche Schulbarometer Schüler*innen der Robert Bosch Stiftung macht deutlich, was viele junge Menschen längst fühlen: Schule ist für zu viele kein Ort des Lernens, sondern ein Ort der Belastung. Die aktuellen Zahlen zeigen nicht nur Entwicklungen, sie erzählen eine zusammenhängende Geschichte. Eine Geschichte von Druck, fehlender Mitbestimmung und unzureichender Unterstützung. Und sie zeigen: Es ist Zeit zu handeln.
Jede/r vierte Schüler*in beschreibt sich als psychisch belastet oder befindet sich im Grenzbereich, ein Anstieg gegenüber dem Vorjahr. Gleichzeitig berichten 26 % von einer geringen Lebensqualität. Besonders betroffen sind junge Menschen in belastenden Lebenslagen, wozu sonderpädagogische Betreuung, Elternhäuser mit geringem Einkommen und psychische Erkrankungen zählen.
“Diese Zahlen zeigen deutlich: Bildungsgerechtigkeit und mentale Gesundheit sind stark abhängig vom Elternhaus. Schule kann den individuellen Anforderungen nicht begegnen, denn das System ist in sich dysfunktional.” sagt Amy Kirchhoff, Generalsekretärin der Bundesschülerkonferenz.
Das deutsche Schulbarometer zeigt des Weiteren, dass Wohlbefinden und Schulqualität nicht unabhängig voneinander gedacht werden dürfen. Entscheidend für das zu geringe Wohlbefinden sind multiple Faktoren, doch besonders relevant ist die Mitgestaltung des Schulalltages und insbesondere des Unterrichtes – mehr als 70% fühlen sich hier zu wenig gehört.
“Dabei ist eine wertschätzende Beziehung zwischen Schüler*innen und Lehrkräften essenziell. Wirkliche Mitbestimmung kann nur gelingen, wenn Respekt und aktives Zuhören auf der Tagesordnung stehen. Nur wer sich gehört fühlt, fühlt sich zugehörig”, so Amy Kirchhoff weiter.
Das ist auch essenziell beim Thema Mobbing, das über 30% aller Schüler*innen mindestens monatlich erfahren. Auch der Leistungsdruck bleibt eine zentrale Belastung für Schüler*innen.
UNS GEHT’S GUT? – Diese Frage müssen wir leider wieder mit “Nein” beantworten. Deshalb fordern wir, unseren 10-Punkte-Plan endlich umzusetzen. Seit einem Jahr fordern wir unter anderem mehr Sensibilisierung, ein Neudenken des Lernens und echte Partizipation im Schulalltag. Schule muss ein Ort sein,.
Die Probleme sind vielfältig und ineinander verstrickt: Also müssen auch unsere Lösungen enge Verzahnungen aufweisen. Gesundheit gehört ins Zentrum von Schule! Denn das Schulbarometer zeigt:
- Mobbing beeinflusst psychische Gesundheit.
- Mitbestimmung stärkt Wohlbefinden.
- Unterrichtsqualität entscheidet über Motivation.
„Damit ist unser 10-Punkte-Plan kein Wunschzettel. Er ist eine Antwort auf die Realität, die uns die Schüler*innen selbst beschreiben. Hört uns zu und setzt um, was wir brauchen, denn Schule darf kein Ort sein, den man übersteht, sondern ein Ort, an dem man wächst.“ schließt Amy Kirchhoff.

