Extremismus und der Umgang mit dem Nahost-Konflikts an Schulen
Rechtsextremismus an Schulen, die Ausschreitungen an Schulen nach dem 7. Oktober sowie die Auswirkungen weiterer multipler Krisen in der Welt bieten einen Nährboden für extremistische, antidemokratische, menschenfeindliche und antisemitische Positionen in der Gesellschaft - insbesondere bei Kindern und Jugendlichen. Gerade mit Blick auf die Ausschreitungen an vielen Schulen und die Rolle sozialer Medien als Faktor für die Verbreitung von Falschinformationen stellt sich im schulischen Kontext die Frage, wie man etwaigen Tendenzen frühzeitig begegnen und an Schulen ein tolerantes und demokratisches Miteinander fördern kann.
In der aktuellen Zeit ist zu beobachten, wie gezielt Gruppierungen vor allem aus dem rechtspopulistischen und rechtsextremen Spektrum versuchen, Jugendliche für ihre menschenfeindliche und diskriminierende Ideologie zu gewinnen. Gerade in Zeiten politischer Krisen finden diese Positionen besonders großen Anklang, selbst wenn einzelne Fakten aus dem Kontext gerissen werden oder es sich eindeutig um Falschinformationen handelt. Gleiches gilt für andere extremistische Narrative, die durch eine starke Mobilisierung in den sozialen Medien Schüler*innen für ihre Positionen zu gewinnen versuchen.
Auch im Kontext des Nahostkonflikts sind Parallelen festzustellen. Viele Schüler*innen haben aufgrund ihrer Herkunft, Religion oder ihres Bekanntenkreises einen direkten Bezug zum Konflikt. Besonders zu Beginn des Konflikts war dies an vielen Schulen deutlich spürbar. Abseits der stattgefundenen Ausschreitungen zeigte sich ein hoher Gesprächsbedarf vieler Schüler*innen, dem nicht immer nachgegangen wurde.
Der hohe Bedarf ist noch immer festzustellen. Sollte dieser im Unterricht weiterhin unzureichend aufgegriffen werden, blicken wir besorgt auf die weitere Entwicklung innerhalb der Meinungsbildung vieler Schüler*innen – insbesondere angesichts des Zuwachses extremistischer Positionen in sozialen Medien oder im direkten sozialen Umfeld. Das gleiche sollte für andere und zukünftige Konflikte angewendet werden. Mit dieser andauernden Gefahr ist vor allem die Schule gefragt! Wir halten eine frühere Auseinandersetzung, gerade in der Sekundarstufe I, für notwendig. Des Weiteren sehen wir die Stärkung und vermehrte Einsetzung externer Schulträger als eine weitere Voraussetzung, um den Gesprächsbedarf Betroffener zu decken und präventiv gegen Falsch- und Halbinformationen sowie gegen jegliche Form von Diskriminierung an Schulen entgegenzuwirken.
Auch fordern wir, dass die Bundeszentrale für politische Bildung im Bereich „Social Media“ eine stärkere Rolle einnimmt und als Instanz gilt, die jugendgerecht über die aktuellen politischen Herausforderungen aufklärt und gezielt gegen Falschinformationen vorgeht. Gleiches gilt für die einzelnen Landeszentralen für politische Bildung in den Bundesländern. Hierbei bedarf es diverser Unterstützungsmöglichkeiten, um uns als Schüler*innen zu demokratischen und mündigen Heranwachsenden zu erziehen!
