Europa stärken - auch in Schule!
Die Bundesschülerkonferenz fordert die Bildungsministerkonferenz dazu auf, die europäische Dimension schulischer Bildung konsequent zu stärken. Mit „Europa“ sind nicht nur die Mitgliedsländer der Europäischen Union, sondern ebenfalls alle Mitgliedsstaaten des Europarats gemeint. Europa soll für Schüler*innen in allen Schulformen und Jahrgangsstufen konkret erlebbar werden. Die International Officer der Bundesschülerkonferenz sollen zudem für die hier gemachten Punkte auf europäischen Ebene lobbyieren. Dabei soll trotzdem die strategische, wirtschaftliche, historische und politische Relevanz der EU hervorgehoben werden. Europabildung begreifen wir nicht als einen lästigen Zusatz für bereits sehr komplexe Lehrpläne, sondern als einen elementaren Faktor für Stabilität, Wohlstand und Sicherheit der europäischen Gesellschaft.
Hierzu fordern wir insbesondere:
1. Den Ausbau und die Förderung von Europaschulen:
Die Anerkennung und Förderung von Europaschulen soll bundesweit vereinheitlicht und gestärkt werden. Alle Bundesländer sollen klare Kriterien und Qualitätsstandards für Europaschulen entwickeln und ausreichend finanzielle und personelle Ressourcen bereitstellen. Europaschulen müssen gelebte Vielfalt, mehrsprachigen Unterricht, internationale Austauschformate und Demokratiebildung zusammenführen.
2. Mehr europäische Austauschmöglichkeiten:
Bestehende europäische Austauschprogramme (z. B. Erasmust, eTwinning, Schüler*innenaustausch mit Partnerschulen) sollen deutlich ausgeweitet, besser koordiniert und allen Schüler*innen unabhängig von Herkunft oder Schulform zugänglich gemacht werden. Dazu gehört auch, finanzielle Hürden abzubauen, inklusive Angebote zu schaffen und die Anrechnung auf den Unterricht verbindlich zu regeln.
3. Europa im Unterricht und Schulalltag verankern:
Die europäische Idee muss fächerübergreifend stärker im Unterricht verankert werden insbesondere in den Bereichen politische Bildung, Geschichte, Sprachen und Wirtschaft. Auch Projekttage, Planspiele und Schulpartnerschaften sollen systematisch gefördert werden. Europa soll nicht nur Thema, sondern Erfahrungsraum schulischer Bildung sein.
4. Demokratiebildung im europäischen Kontext stärken:
Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechte sind zentrale Werte der EU. Sie müssen auch im schulischen Kontext konkret erfahrbar werden. Dazu fordern wir, dass Formate wie das „Europäische Jugendparlament„, internationale Jugendforen und schulische Europawahlen flächendeckend zugänglich gemacht und unterstützt werden.
5. Verbindliche Verankerung europäischer Bildung im Schulentwicklungsprozess:
Die europäische Bildungsdimension soll als Bestandteil schulischer Leitbilder und Schulprogramme festgeschrieben und im Rahmen der Schulentwicklung regelmäßig reflektiert und evaluiert werden.
