Berufsorientierung an Schulen
Berufliche Bildung und Berufsorientierung stellen das Fundament des Weiteren Lebenswegs nach dem Schulbesuch dar. Schüler*innen aller Schularten in Deutschland sollten obligatorisch an verschiedenste Berufsfelder herangeführt werden. Die Bundesschülerkonferenz begrüßt daher die verpflichtenden Praktika für Schüler*in, die in unterschiedlichen Ausführungen durchgeführt werden.
Zeitliches Potenzial für Schüler*innenpraktika steigern
Gute Berufliche Orientierung erfordert Zeit. Die Bundesschülerkonferenz erachtet es als positiv, dass bereits während des Unterrichts Zeit für Berufliche Orientierung aufgebracht wird, um Einblicke in verschiedene Berufsfelder zu geben. Trotz der dafür bereits vorgesehenen und bestehenden Zeitkontingente sieht die Bundesschülerkonferenz erhebliches Potenzial in der Verlängerung des Zeitraums für verpflichtende Schüler*innenbetriebspraktika. Hierbei sollten den Praktikumsabsolventen Freiheiten gelassen und keine Vorschriften gemacht werden, welchen Umfang die Praktika haben. Somit gibt man die Möglichkeit, verschiedene Berufe und Berufsfelder kennenzulernen.
Evaluation in der Schule
Auch in der Schule selbst sollte eine Vor- und Nachbereitung sowie eine Evaluation oder Reflexion der jeweiligen Praktika stattfinden. Schüler*innensollten die Gelegenheit zum Austausch der gesammelten Erfahrungen bekommen, um voneinander profitieren und lernen zu können. Somit können die Schüler*innen als Multiplikatoren den Eindruck und die damit einhergehenden Kenntnisse über unterschiedliche Berufe und Berufsfelder untereinander austauschen und die Durchführung von Schüler*innenpraktika nachhaltig gestalten.
Beziehungen zu Akteuren der Beruflichen Bildung stärken
Um eine praxisnahe Berufsorientierung sicherzustellen, spricht sich die Bundesschülerkonferenz für regelmäßige und auf die Bedürfnisse der jeweiligen Schule angepasste Vernetzungstreffen zwischen Vertretern aus der Schulgemeinschaft und Vertretern der regionalen und überregionalen Wirtschaft, sowie weiteren Akteuren des gesamten Feldes der Beruflichen Orientierung aus.
Zudem fordert die Bundesschülerkonferenz, dass an weiterführenden Schulen in Deutschland die Funktionsstelle eines Koordinators für Berufliche Orientierung etabliert wird. Dieser sollte den Schüler*innen die Möglichkeit geben, individuelle Gespräche zu führen, um auf die einzelnen Interessen und Anliegen der Schüler*inneneinzugehen und sie bedürfnisbezogen zu beraten.
Schulart- und fächerübergreifende Berufsorientierung fördern
Die Bundesschülerkonferenz spricht sich für eine verstärkte Implementierung von Praktika mit Ausbildungsbezug an weiterführenden Schulen mit dem Ziel des allgemeinen Hochschulabschlusses aus. Dies muss schon in der anfänglichen Schullaufbahn der weiterführenden Schulen, spätestens jedoch in der Sekundarstufe I stattfinden, sodass sich die Schüler*innenschon frühzeitig einen Überblick über Ausbildungsberufe und akademische Berufe verschaffen können. Zugleich müssen jedoch auch Schüler*innen von weiterführenden Schulen, die die allgemeine Hochschulreife nicht anstreben, neben Ausbildungsberufen, ebenfalls über die Erfahrungen und Perspektiven von akademischen Berufen unterrichtet werden. Somit kann berufliche Orientierung unabhängig vom Schulabschluss praktiziert und gelebt werden und die Bedeutung der Ausbildungsberufe wieder eine größere Wichtigkeit erlangen.
Neben den schulartübergreifenden Angeboten zur Beruflichen Orientierung muss auch ein vielfältiges Spektrum für Schüler*innenpraktika zur Verfügung stehen. Schüler*innensollen aus Sicht der Bundesschülerkonferenz einen breitgefächerten und weitreichenden Einblick in die berufliche Praxis erlangen, um anhand der gesammelten Erfahrungen eine Entscheidung für den Lebensweg nach dem Abschluss treffen zu können.
Schüler*innen an Deutschlands Schulen benötigen mehr Aufklärungsarbeit von entsprechenden Koordinatoren für Berufliche Orientierung. Alle Schulen jeglicher Schulformen müssen ihren Schüler*innen Möglichkeiten für eine breitgefächerte Berufsorientierung bieten, damit sie bereits in der Schule über die Perspektiven ihres späteren beruflichen Werdegangs erfahren und lernen können.
Alle Personenbezeichnungen schließen sämtliche Geschlechter mit ein.
