Die Leistungsbewertung in den Schulen ist ein regelmäßig diskutiertes Thema in den deutschen Bildungslandschaften. Die grundlegende Frage, die man sich bei dieser Thematik stellen muss, ist, welche Ziele mit einer notenbezogenen Leistungsbewertung erreicht werden sollen.
Verfolgt man mit einem Zeugnis die Absicht, einen bedeutenden Einfluss auf die Unterrichtsqualität zu haben, so die Meinung der Bundesschülerkonferenz, darf dies nicht der einzige Ansatz bleiben. Vor allem verbales und schriftliches Feedback verbessert den Lernerfolg eines Lernenden.
Eine Bewertung des Lernverhaltens steht in direktem Zusammenhang mit dem Lernfortschritt. Noten in Form von Zahlen, welche nicht tiefer begründet sind, sollten in der Schullaufbahn so spät wie möglich vergeben werden. Idealerweise werden sie nur als Unterstützung bei der Leistungsbewertung genutzt. Wortzeugnisse statt Noten in Zahlenform erlauben gerade zu Beginn der Schullaufbahn einen besseren Blick auf die Fähigkeiten der Lernenden.
Aus Sicht der Bundesschülerkonferenz muss in den Ländern entschieden werden, wo und ab wann Noten in Zahlenform vergeben werden, oder welche Alternative die am besten geeignete Form ist.
Länder, die in Studien wie der PISA-Studie gute Ergebnisse erzielen, haben oft unterschiedliche Bildungssysteme und Rahmenbedingungen im Vergleich zu den deutschen. So steht zum Beispiel Estland, welches neben der Notengebung auch auf ein individuelles Feedback gegenüber dem Schüler*innen setzt, mit an der Spitze.