Aktionsplan Gesundheit an Schule

Aspekt Ernährung

Die Bundesschülerkonferenz fordert, dass die Vermittlung von grundlegenden Kenntnissen zu gesunder und nachhaltiger Ernährung zwingend Einzug in den Schulalltag halten muss. Hierzu müssen vom Bund 100 Millionen Euro mobilisiert werden. Dieses Geld soll den Bundesländern unbürokratisch zur Verfügung stehen, damit diese ihren Schulträgern die Möglichkeit geben können, fachkundiges Personal anzustellen oder andere Projekte zu initiieren. Außerdem müssen im Nachhinein weiterhin Gelder zur Aufrechterhaltung dieses Vorhabens in Abstimmung mit den Ländern zur Verfügung stehen. Die Vermittlung dieser Grundlagen muss in den Schulalltag aufgenommen werden. Bereits in der Unterstufe muss daher die Wichtigkeit von gesunder und nachhaltiger Ernährung in den Vordergrund gerückt werden, um einen möglichst nachhaltigen Bildungserfolg bei den Lernenden zu erzielen und sie gleichzeitig vor Fehlernährung in der Entwicklungsphase zu schützen.

Damit oben genannte Strategien Erfolg haben können, müssen Schulen nachhaltige und gesunde Ernährungsgewohnheiten vorleben. Daher müssen schulische Essensangebote ausgewogen, gesund und nachhaltig gestaltet sein. Dabei muss zu jedem Zeitpunkt innerhalb dieser Entwicklung das Schulessen für alle Lernenden bezahlbar sein. Es sollten qualitativ hochwertige Produkte bezogen werden. Die hierdurch entstehenden höheren Preise können durch die Subventionen des Bundes auf einem angemessenen Preisniveau gehalten werden. Somit wird eine gesunde Ernährung sichergestellt. Die hierdurch entstehenden höheren Preise können durch die Subventionen des Bundes auf einem angemessenen Preisniveau gehalten werden. Somit wird eine gesunde Ernährung sichergestellt. Für Fleischprodukte kann hierbei ein höherer Preis angesetzt werden, um für dieses Produkt zu sensibilisieren und das Kaufverhalten zu lenken. Für sozial schwache Familien wird die Möglichkeit geboten, sich von den entstehenden Kosten befreien zu lassen, um somit eine Chancengleichheit für alle beim Thema Ernährung sicher zu stellen. Um dies umzusetzen, sollen sich Schulträger sich an Richtlinien und Handlungsempfehlungen von Fachverbänden orientieren. Es muss gegeben sein, dass Schulen immer noch in der Lage sind, ihren regionalen Bedürfnissen zu erfüllen und eigene Schwerpunkte zu setzen.

Aspekt Schulsport

Sportliche Betätigung unterstützt nachweislich die geistige und körperliche Entwicklung, daher fordert die Bundesschülerkonferenz, dass in den Schulen die Lernenden dazu animiert werden sollen, neben der Schule auch in ihrer Freizeit Sport zu treiben. Dabei sollen Sportlehrkräfte eine Schlüsselrolle spielen. Der Sportunterricht an den Schulen muss fachlich breiter, aber auch mit mehr individueller Entscheidungskompetenz gestaltet werden. Dabei ist es wichtig, dass Begabungen und eigene Stärken auch gezielt gefördert werden. Hierfür ist es notwendig, dass alle Lernende die Chance haben. ein breites Spektrum an Sportarten bereits ab der Grundschule auszuprobieren. Dies kann sowohl durch eine Ausweitung der Rahmenlehrpläne, Erweiterung der Sport-AGs als auch durch regelmäßige Sport-Exkursionen erfolgen. Leider fehlen vielen Schulen die dafür nötigen Mittel. Infolgedessen findet der Sportunterricht häufig in alten Hallen und mit altem Gerät statt, auch für Exkursionen fehlen dabei die Ressourcen. Daher fordern wir, dass den Schulen hierfür mehr frei verfügbare finanzielle Mittel zur Verfügung gestellt werden, um diese Mängel zu beheben und Sportunterricht attraktiver zu machen. Um diese sportliche Vielfalt zu ermöglichen und die Lernenden an das Vereinsleben heranzuführen, spricht sich die Bundesschülerkonferenz für eine bessere Zusammenarbeit mit den Sportvereinen in der Region aus. Jedoch sollen als Vergütung auch finanzielle Mittel für die Vereine zur Verfügung gestellt werden, um eine Kooperation mit den Schulen attraktiver für die Vereine zu gestalten. So kann auch das Angebot der schulinternen AGs ergänzt werden. Darüber hinaus sollten besonders Sportlehrkräfte zur häufigeren Teilnahme an Fortbildungen motiviert werden, damit diese den Lernenden immer wieder mit neuen Sportarten und Bewegungsmotivationen nahebringen können. Daher sind auch langfristig Sportförderprogramme des Bundes und der Länder unerlässlich, um die Aus- und Weiterbildung der Sportlehrkräfte sowie nötige Materialien langfristig zu finanzieren.

Ebenfalls sollen alle Auszubildenden die Möglichkeit erhalten, Sport in ihren Ausbildungsberufen zu belegen. Der Unterricht soll sich dabei nicht nur Bewegungsabläufe und Sportarten vorstellen, sondern aktiv zur körperlichen Betätigung motivieren. Den Lernenden muss dabei das Wissen vermittelt werden, welche Wirkung Sport und Anstrengung auf den Körper hat und besonders, was für die Lernende der richtige Sport ist und wie dieser ohne Schäden für den Körper ausgeübt werden kann. Die Kenntnisvermittlung über die Themenkomplexe Anatomie, Leistungssteigerung und besonders die Übungslehre sollten das Bild prägen, dass es im Sport nicht nur um den Wettkampf, sondern erstrangig um die persönliche Gesundheit geht. Theorie und Praxis müssen dabei vereint werden, um Wissen und Motivation anwendbar zu machen.

Ein fächerübergreifender Unterricht kann dabei durchaus ein tiefgreifendes Verständnis geben und die Unterrichtsinhalte mit anderen Fächern wie Biologie gelungen verbinden. Hierbei wird den Lernenden ermöglicht gelernte Theorie mit der eigenen Lebensrealität zu verknüpfen. So werden Transferleistungen unterstützt.

Psychologischer Aspekt

Psychische Krankheiten und eine damit verbundene geminderte Arbeitsfähigkeit sind ein Problem, das besonders durch die Corona-Pandemie in den gesellschaftlichen Mittelpunkt gerückt ist. Seit Langem ist hiervon auch der Raum Schule betroffen. Hier leiden Jugendliche schon im jungen Alter unter starkem Leistungsdruck, sozialen Spannungen und daraus resultierendem Stress.

Jugendliche, die besonders anfällig für Stress sind, werden dabei aktiv daran gehindert, ihre bestmöglichen Leistungen zu erreichen. Folgen sind dabei nicht selten Unzufriedenheit mit und eine Abneigung gegenüber der Schule.

Ziel sollte jedoch genau das Gegenteil sein: Der Anspruch, die Lernenden zur bestmöglichen Nutzung ihres individuellen Potenzials zu ermutigen, ohne sie übermäßigem Stress und Leistungsdruck auszusetzen. Stressprävention und Stressmanagement an Schulen muss dabei schon früh den Lernenden nähergebracht werden und auch in der Gestaltung des Schulalltags elementarer Bestandteil sein.

Besonders die Bewertung muss hierfür angepasst werden. Sie sollte sich nicht nur auf die erbrachten Leistungen, sondern auch auf die persönliche Entwicklung der Lernenden fokussieren. Im Fach Sport ist dabei beispielsweise neben dem Faktor der Leistung auch die individuelle Steigerung sowie das Arbeitsverhalten in die Bewertung einzubeziehen. In anderen Fächern wäre eine Ergänzung der Leistungsbewertung gut durch Einbeziehung von individuellen Faktoren und des Engagements im Unterricht möglich.

Neben der Vermeidung von Stress müssen aber auch die Aufgaben der Lernenden angepasst werden, um insbesondere den Leistungsdruck zu minimieren. Die individuelle Förderung der Lernenden nach eigenem Bedarf und die Gleichbehandlung aller Lernender, unabhängig der erbrachten Leistungen ist dabei ein Muss. Besonders die soziale Ausgrenzung einiger Lernender muss durch die Institution Schule aktiv verhindert werden.

Im Rahmen des Themenkomplexes Gleichbehandlung muss auch über das Thema Sexualität gesprochen werden. Mit diesem setzen sich Jugendliche insbesondere in der Pubertät intensiv auseinander. Zu keinem Zeitpunkt darf es dabei zu Ausgrenzungen oder Spannungen aufgrund der geschlechtlichen Identität oder der Sexualität einzelner Jugendlicher kommen. Schulen sollen dabei nicht nur ein diskriminierungsfreier Raum sein, sondern müssen hier auch ihrem Bildungsauftrag mit Blick auf die gesamte Gesellschaft nachkommen. Wenn in der Schule nicht der Grundstein für eine diskriminierungsfreie Gesellschaft gelegt wird, kann dies auch perspektivisch nicht gelingen.

Als grundlegend betrachten wir hierfür den Sexualkundeunterricht, in dem sich mit dem Thema Sexualitäten und Geschlechtsidentitäten, zwingend auseinandergesetzt werden sollte. Ziel muss es dabei sein, dass sich nicht nur auf den Aspekt der Fortpflanzung fokussiert wird, sondern auch gesellschaftliche und besonders psychische Aspekte behandelt werden. Die Vorteile und die Normalität einer vielfältigen Gesellschaft, müssen den Lernenden dabei nähergebracht werden, um Diversität als Normalzustand einer modernen Gesellschaft im 21. Jahrhundert zu etablieren. Dabei sollte es im Zuge des Unterrichts auch nicht zur Trennung der Lernenden aufgrund ihres Geschlechts oder ihrer Sexualität kommen.

Zusätzlich muss besonders die Sozialarbeit, Respekt Coaches und Schulpsychologie dafür geschult werden, Jugendliche die aufgrund ihrer geschlechtlichen Identität und/oder Sexualität diskriminiert werden, individuell helfen zu können und sie in ihrer Entwicklung zu unterstützen.

Nicht-cis-männliche Lernende müssen im Zuge dessen, dazu ermutigt werden, auch Führungspositionen in den SVen einzunehmen. Dazu bedarf es der Schulung der Lehrkräfte, damit diese wissen, wie sie ihre Nicht cis-männliche Lernende dazu ermutigen können nach Ämtern zu streben. Aufklärung über die Nachteile von Nicht-cis-männlicher Lernende in Berufs- und Alltagswelt und die Ermutigung aller Lernenden, etwas an diesem Sachstand zu ändern, ist hierbei Schlüssel zum Abbau dieser Ungleichbehandlungen.

Aspekt Diversität

Schulen müssen als Raum der Vielfalt, Toleranz und Akzeptanz dienen und den Lernenden einen sicheren und diskriminierungsfreien Raum schaffen.

Es ist grundlegend notwendig, die Unterrichtsinhalte divers und zeitgemäß zu behandeln. Die Aufgaben der Aufklärung und Prävention im Biologie- sowie Sexualkundeunterricht müssen den heutigen Erkenntnissen entsprechen und den Lernenden ein aufgeklärtes und offenes Weltbild vermitteln. Diese weiterentwickelte Aufgabe muss ein Bestandteil im Lehr- und Lernstoff sein.

Die Themenbereiche der Sexualität, Geschlechtsidentität, Sex und Diversität müssen differenziert und wertungsfrei in den Unterricht einbezogen und behandelt werden und sollen ein größeres Bild, außerhalb der traditionellen Geschlechterrollen, vermitteln.

Es ist adäquat notwendig, die Geschlechterdiversität sowie die Sexualdiversität in einem möglichst aufgeklärten und diversen Rahmen im Biologieunterricht zu behandeln. Der Fokus sollte dort nicht nur auf den Aspekt des Aktes als Fortpflanzung, sondern auch weitergehend behandelt werden, um Lernende in der Phase der Selbstfindung und Entdeckung der eigenen Sexualität und des eigenen Geschlechts zu unterstützen.

Um die Diversität der Unterrichtsgestaltung sowie die der Aufklärung auszubauen, soll auch sozialpädagogisches Personal der Schulen den Unterricht sowie bei der Entwicklung von Projekten und Konzepten unterstützend tätig sein. Außerdem muss den Lernenden auch außerhalb des Unterrichtes die Möglichkeit gegeben werden, Ratschläge und weitergehende Informationen einzuholen und auch Unterstützungsangebote für jene geschaffen werden.