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| 2201 [2026/02/11 19:37] – angelegt admin | 2201 [2026/02/11 19:50] (aktuell) – angelegt admin |
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| ====Positionspapier Energiekrise==== | ====Start in das neue Schuljahr überwiegend unvorbereitet ==== |
| Während die Energiekrise die Schulen schon jetzt belastet und wir davon ausgehen können, dass diese Belastungen in den nächsten Monaten rapide zunehmen werden, gibt es bisher keine Konzepte, um unsere Bildung sicherzustellen. Die Lernenden staatlich anerkannter Schulen der Bundesrepublik Deutschland können erneut nur hoffen, dass diese Krise nicht auf Kosten von schlechten Lernbedingungen bis zu großen Lernlücken und psychische Belastungen ausgetragen werden.\\ | ==Bundesschülerkonferenz kritisiert das Vorgehen der Bildungsministerien zum Schulstart 2022/23 und fordert klare Vorbereitungen auf den Corona-Herbst== |
| Neben der noch immer aktuellen Corona Pandemie schafft auch der russische Angriffskrieg auf die Ukraine Probleme an Schulen. Beispielsweise trat die Energiekrise eine Debatte darüber los, ob und wie sehr in Klassenzimmern geheizt werden sollte. Aber auch die persönlichen Existenzängste der Familien wirken sich auf den Schulalltag aus. Das immer teurer werdende Schulessen wird für einige Familien unbezahlbar. | Immer mehr Bundesländer starten in das neue Schuljahr, in manchen sind die Sommerferien bereits seit mehreren Tagen beendet. Um den Schulen einen sicheren Betrieb im Hinblick auf den möglicherweise bevorstehenden Corona-Herbst zu ermöglichen, hätte die Ferienzeit genutzt werden müssen, um pandemiefeste Konzepte zu erarbeiten. Die Bundesschülerkonferenz muss allerdings feststellen, dass dies bisher überwiegend nicht geschehen ist, und kritisiert diesen Zustand. Im inzwischen dritten Jahr der Pandemie braucht es endlich klare Vorgaben, wie Schulen sicher und verlässlich auf das Infektionsgeschehen reagieren können. |
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| ==Offene Schulen== | ==Mangelhafte Kommunikation und Planlosigkeit in den Bildungsministerien== |
| Während der Pandemie hat sich gezeigt, dass Schulschließungen katastrophale Folgen für Lernende haben. Die mentale Gesundheit, die soziale Entwicklung Lernender und die effektive Vermittlung von Lehrinhalten sind dadurch eingeschränkt. Deswegen müssen Schulen offen bleiben, auch während der Energiekrise. | Obwohl der Schulstart in allen Bundesländern bevorsteht und zum Teil bereits vollzogen wurde, sind konkrete Überlegungen zum Umgang mit dem Corona-Virus an Schulen selten zu finden. Nicht nur die Kultusministerkonferenz (wie zuletzt im Beschluss vom 23.06.2022 ), sondern auch der Großteil der Länderministerien kommuniziert weiterhin die Aussage, dass das bevorstehende Schuljahr im Regelbetrieb stattfinden solle und über die mögliche Wiedereinführung von Maßnahmen entsprechend der Infektionsdynamik entschieden werde. Welche konkreten Handlungen das beinhalten soll, steht zum Beginn des neuen Schuljahres aber nur in wenigen Bundesländern fest. Diese mangelhafte Kommunikation, auch zu den Landesschülervertretungen vor Ort, ist im dritten Jahr der Pandemie nicht mehr hinzunehmen und sorgt erneut für ein Gefühl der Unsicherheit unter Schüler*innen. |
| | == Konkrete Pläne für das Schuljahr== |
| | Die oberste Priorität im bereits laufenden beziehungsweise bald anstehenden Schuljahr muss darin bestehen, das Recht auf Bildung der Schüler*innen aufrechtzuerhalten und ihnen somit einen sicheren Schulbetrieb zu gewährleisten.\\ |
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| | Darüber hinaus dürfen Entscheidungen über die Eindämmung des Corona-Virus an den Schulen nicht erneut auf Schulleitungen sowie Lehrpersonal abgewälzt werden. Dazu ist es notwendig, dass die Bildungsministerien schnell und unbürokratisch auf Infektionslagen reagieren. Die Grundlagen dafür müssen durch konkrete und langfristige Pläne gelegt werden. Alle bereits in die Schule gestarteten Bundesländer müssen diese nun vorstellen, die übrigen die verbleibende Ferienzeit zwingend zur ausreichenden Vorbereitung nutzen. Um auf die möglichen Risiken der vielen Urlaubsrückkehrer*innen zu reagieren, sollte eine zweiwöchige Schutzzeit nach Ferienende mit verschärften Maßnahmen mindester Bestandteil dieser Pläne sein. Dass dies in den bereits in das Schuljahr gestarteten Bundesländern nicht der Fall ist, stellt aus Sicht der Bundesschülerkonferenz eine hochgradige Unverantwortlichkeit dar. Ein zügiges Handeln ist daher gerade in diesen Ländern unabdingbar. |
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| ==Warme Schulgebäude== | ==Frühzeitige Maßnahmen statt Schulschließungen== |
| Ein warmes Schulgebäude ist die Grundvoraussetzung für ein gutes Lernumfeld. Klassenzimmer sollten deshalb so geheizt werden, dass ein gutes Lernumfeld gewährleistet werden kann. Schulen sind bei der Wärmeversorgung zu priorisieren. | Um die Belastungen der Pandemie, die vor allem die Psyche der Schüler*innen betreffen, so gering wie möglich zu halten, muss auch in diesem Schuljahr das Schließen von Schulen vermieden werden. Für Schüler*innen in Quarantäne müssen alternative Lernmöglichkeiten entwickelt werden, damit diese Schüler*innen nach der Quarantänezeit nicht den Anschluss verlieren und ihr Recht auf Bildung wahrnehmen können.\\ |
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| ==Bekämpfung von Bildungslücken== | Darüber hinaus muss daher auch der Anspruch, Schulen offenzuhalten, insbesondere mit präventiven Maßnahmen verbunden sein, die eine Ausbreitung des Virus an Schulen verhindern. Dazu hatte sich bereits im vergangenen Schuljahr eine Testpflicht etabliert, die zwingend wieder eingesetzt werden muss, sobald die Infektionszahlen steigen. Bei stärkerem Pandemieverlauf muss auch die in den vergangenen Schuljahren eingesetzte Maskenpflicht dem Maßnahmenkatalog angehören. Eine alleinige Umsetzung dieser Maßnahme in den Schulen kommt aufgrund der dabei entstehenden Nachteile für Unterricht, Lernen und die Psyche der Schüler*innen nicht infrage. Zudem dürfen Schulen nicht erneut besonders leidtragende Einrichtungen in der Pandemie sein. Die Bekämpfung des Virus ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die insbesondere auch außerhalb der Schule umgesetzt werden muss. |
| Aus der jüngsten ifo Studie geht hervor, dass 23,8% der Lernenden den grundlegenden schulischen Anforderungen nicht erfüllen. Diese Bildungslücken müssen bekämpft und nicht durch weitere Schulschließungen weiter verschärft werden. | |
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| ==Schulessen== | |
| Die Inflation lässt die Preise für Schulessen stark steigen, weshalb viele Haushalte dieses nicht mehr bezahlen können. Der Bund sollte deshalb Fördermittel bereitstellen, damit das Schulessen kostengünstig angeboten werden kann. | |
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| ==Bereitstellung von Fördermitteln und Lehrmaterial== | |
| Der russische Angriffskrieg und seine Folgen - die Energiekrise, die Inflation - ist für viele Lernende ein beängstigendes Thema. Um auf die Ängste der Lernenden einzugehen, ihnen diese Ängste zu nehmen und über die aktuelle Situation aufzuklären, sollte der Bund Lehrmaterial zur Verfügung stellen und Fördermittel für Weiterbildungen und Workshops zu diesen Thematiken bereitstellen. Hierbei sollten marktwirtschaftliche, geopolitische und gesellschaftspolitische Aspekte beachtet werden. | |
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